Layer Integration

Die Integrationsschicht zeigt, wie die einzelnen IIO-Layer als ein gemeinsames Kontrollmodell zusammenwirken. Sie ist keine zusätzliche Fachdomäne, sondern die verbindende Gate-Logik über alle Schichten.

1. Der komplette Stack in Ausführungsreihenfolge

Integration Layer — zeigt Abhängigkeiten, Gate-Kaskaden und fail-closed Zusammenhänge
Diagram Semantics — gemeinsame Notation und Auditierbarkeit von Visualisierungen
Skill Registry — welche Capabilities für welche Rollen verfügbar sind
Boundary — wer was sehen und ändern darf
Transaction — wie Zustandsänderungen einheitlich geloggt werden
Composition — wie mehrere Actors zu Composite Actors werden
Role — wie Actors in einem Kontext gebunden und constrained werden
Story — warum Actors handeln und welche Narrative konsistent bleiben müssen
Ontology — Actor, Intelligent Actor, Composite Actor, Communication Event
Foundation — struktureller Boden, keine zusätzlichen Fachpremises

2. Drei zentrale Abhängigkeitsachsen

AchseVerlaufFail-Closed-Regel
Ontology → alle LayerKeine Schicht darf Human und Agent ontologisch trennen; alle sind Intelligent ActorsWenn ein Layer actor-type Sonderrechte einführt, entsteht ein Design-Widerspruch
Story → operative LayerStory liefert Purpose, Konflikt und Pfad für Role, Composition, Transaction und BoundaryWiderspricht eine Transaction der Story, wird sie invalid oder muss zurückgerollt werden
Role ↔ Boundary ↔ SkillPermission entsteht nur, wenn Role, Access und Skill gleichzeitig passenEin fehlender Gate-Check blockiert die gesamte Operation

3. Das Permission Triangle

Die operative Entscheidung „Darf Actor X diese Arbeit ausführen?“ entsteht aus dem Zusammenspiel von Role, Boundary und Skill Registry.

Permission Request
  1. Actor exists?                 -> NO  => DENY
  2. Role in Composition exists?   -> NO  => DENY
  3. Role permits operation?       -> NO  => DENY
  4. Boundary allows access?       -> NO  => DENY
  5. Skill registered?             -> NO  => DENY
  6. Actor has required skill?     -> NO  => DENY / supervised mode
  7. Proficiency sufficient?       -> NO  => DENY
  ALL PASS                         -> ALLOW + TX LOG

Role

Definiert, welche Operationen ein Actor im Kontext überhaupt ausführen darf.

Boundary

Prüft, ob diese Role auf das konkrete Ziel zugreifen darf.

Skill

Prüft, ob der Actor die nachgewiesene Capability mit ausreichender Proficiency besitzt.

4. Composition → Transaction → Boundary

Koordination ist im IIO-Modell nur dann vollständig, wenn gemeinsame Arbeit auch einheitlich aufgezeichnet und gegen Grenzen geschützt wird.

SchrittBedeutung
CompositionShared Story, Shared Plan, Shared State und Member-Rollen werden vereinigt
TransactionJede koordinierte Aktion wird als einheitlicher Zustandswechsel aufgezeichnet
BoundaryExterne Sicht und interne Sicht werden sauber getrennt; Verstöße sind fail-closed

Damit wird aus „Zusammenarbeit“ eine formal prüfbare Form von kollektiver Agency.

5. Ein durchgehendes Beispiel

Work: "Feature X ausliefern"
  Story:          "Wir liefern Qualität unter Zeitdruck"
  Role:           lead, contributor, reviewer
  Composition:    team-backend als Composite Actor
  Transaction:    implementation + review + approval werden geloggt
  Boundary:       stakeholder bekommt read-only, kein Schreibzugriff
  Skill:          contributor braucht implementation, reviewer braucht critical_analysis
  Diagram:        zeigt Dispatch und Audit-Trail
  Result:         ein kontrollierter, vollständig auditierbarer Flow

6. Warum diese Schicht wichtig ist

Ohne Integration LayerMit Integration Layer
Einzelne Specs bleiben isoliert nebeneinander stehenAlle Specs werden als gemeinsames Kontrollmodell lesbar
Gate-Lücken bleiben verborgenFehlende Checks werden als Kaskadenbruch sichtbar
Teams sehen nur lokale RegelnTeams verstehen, warum eine lokale Regel systemweit relevant ist
P-CORE-004 P-STORY-002 P-ROLE-004 P-COMP-003 P-TXN-005 P-BOUND-002 P-SKILL-002 P-DIAG-006